Der Pfarrer findet den Schlüssel nicht, die Schwiegereltern kommen zu spät, die Glasur läuft vom Kuchen und dann geht auch noch der Kühlschrank ein – und dennoch war es eine wunderschöne Taufe.

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Das Chaos hat schon Wochen vor der eigentlichen Taufe begonnen. Der Wunschtermin war weg und ein passendes Datum für alle zu finden war wirklich schwer. Doch irgendwie haben wir schließlich einen Samstag gefunden, an dem alle Zeit hatten – Samstag der 13te (spätestens da hätte ich Hellhörig werden sollen).
Gleich setzte ich mich vor den PC und gestaltete die Einladungen für die Taufe. Garnicht so einfach mit einem kleinen Baby, das sehr viel Aufmerksamkeit möchte. Ein paar  Tage später kam das Päckchen an – oh Nein! Beim Speichern hat sich die Schrift verschoben. Schnell musste ich improvisieren und habe die Daten für die Taufe neu ausgedruckt und darüber geklebt. Was soll’s? Sieht zwar nicht ganz so professionell und perfekt aus wie gewünscht, aber zumindest weiß jeder, wann und wo die Taufe stattfindet.
Meine Mutter wollte für unseren Sohn, wie sie es auch bei ihren anderen Enkeln gemacht hatte,  ein Taufkleid nähen. Zum Besticken brachte sie den Stoff extra wohin. Doch der Abholtermin wurde immer wieder nach hinten verschoben. Mama bekam schon Panik, konnte das Taufkleider ja erst nach dem Besticken nähen. In letzter Sekunde bekamen wir endlich den wunderschön bestickten Stoff. Richtige Größe, richtiger Platz kein Schreibfehler – perfekt! Fleißig wie immer machte sich meine Mama ans Werk und die Nähmaschine ratterte. Kurz vor Fertigstellung dann der Schreck! Die Nähmaschine hatte plötzlich keine Lust mehr und fing an Schlaufen zu schlagen. Keine Ahnung wie meine Mama das geschafft hat – aber das Taufkleid wurde rechtzeitig fertig und wurde wunderschön!
Nach der Taufe geht man meisten Essen oder feiert im Garten. Wir haben uns entschieden ersteres zu tun und machten uns rechtzeitig auf die Suche nach einem geeigneten Restaurant. Schon beim ersten Probeessen stand fest – hier wollen wir nach der Taufe feiern. Die Taufe kam immer näher und drei Tage davor rief ich an, weil ich mich fragte wo meine Menü Vorschläge blieben. Nichts läuft von selber, ständig muss man dahinter sein und alles kontrolliere. Am nächsten Tag bekam ich endlich die Vorschläge, jedoch ohne einem veganen Menü. Einige Mails später (mit einigen Nerven weniger) war auch dieses Problem beseitigt! Als Vorspeiße sollte es Rindersuppe oder Gemüse-Maki sein und als Hauptgericht Saibling, Schnitzel oder Thai Curry. Am Tag vor der Taufe fuhr ich noch schnell zu meiner Schwiegermutter wo ich netterweise die Menü Karten drucken durfte. Da diese die Tauftorte übernahmen bat ich sie noch schnell die Kuchenauswahl einzutippen. Muffins, Himbeertorte oder Schokotorte hätte es geben sollen, doch Dank eines kleinen Tippfehlers der sich eingeschlichen hatte gab es eine „Schock’oladentorte“ mit ck.  Aber abgesehen davon, dass die Torte am Tag der Taufe fast den Boden geküsst hätte und die Glasur davon lief, waren die Torten und Cupcakes wirklich lecker!

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Der Tag war gekommen! Früh morgens fuhr ich mit meiner hilfsbereiten Mama (der Täufling dürfte bei Opa und Papa bleiben) alles dekorieren. Es war zugesperrt! Meine Nerven lagen blank und der ganze Tag lag noch vor uns. Zufällig traf ich den Pfarrer der die Taufe abhalten sollte, er irrte leicht verwirrt durch die Kirchenmauern und suchte den Schlüssel. Frustriert fuhren wir wieder heim.
Als wir alle, kurz vor Mittag, am Treffpunkt zusammen kamen, war alles erledigt. Der Schlüssel war gefunden, die Deko am richtigen Platz und auch die Instrumente aufgebaut. Es war nicht jeder pünktlich – aber besser spät als nie. Endlich konnte es losgehen.

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… und trotz all den Schwierigkeiten, oder gerade deswegen, war es eine wunderschöne Taufe. Unser kleiner Täufling war wirklich sehr brav. Ein paar kleine „Hoppalas“ gehören dazu und lassen das ganze persönlich und irgendwie menschlicher wirken.  Ich bin so froh das mich verlässliche, hilfsbereite Menschen umgeben, die immer an Ort und Stelle sind, wenn es mal nicht so läuft wie geplant.
DANKE!

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PS: Die Dekoration ist nicht nur VOR der Taufe viel Arbeit – sondern auch danach.
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Meine Tipps an euch:

  1. Nehmt Hilfe an!
    Gib Arbeiten ab wie z.B. Tauftorte, Taufkleid, Musik, Deko usw. – all diese Dinge können andere fast genau so gut, oder manchmal sogar besser. Wähle Personen aus denen du vertraust und die es gerne machen.
  2. Beginne jetzt!
    Fang früh genug mit den Vorbereitungen an. Termin suchen, Taufbesprechung, Location und Essen auswählen, Musikauswahl, Gewand für den Täufling usw.. es gibt einiges zu tun.
  3. Genieße es!
    Es wird (fast) nie alles perfekt sein, manches liegt nicht in der eigenen Hand und muss genommen werden wie es kommt. (JA! Ich hasse diesen Punkt aber leider ist es so) Das Wetter ist nicht planbar, vielleicht steckt jemand im Stau oder der Täufling hat keine Lust auf das ganze „Tamtam“. Nimm es wie es kommt und du wirst sehen alles wird wunderbar. (Wenn auch nicht so wie geplant!)

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