Schreiendes Baby und platzende Brüste? Tipps und Erfahrungsberichte zum Abstillen, sowie Hausmittel um die Milchmenge zu reduzieren.

unsere Still Geschichte

Der Anfang war der blanke Horror. Keine Milch. Baby verliert viel Gewicht. Gelbsucht. Flasche. Abpumpen. Anlegen, Anlegen, Anlegen. Kind wecken zum Trinken. Aber nach etwa 10 Tagen haben wir es geschafft voll zu stillen. Seit da an hat es gepasst und es gab nie Probleme. Der Kleine liebte die Brust und war ein Dauernuckler. Mit etwa 4-5 Monaten begannen wir langsam ihm auch Brei kosten zu lassen. Nach und nach wurde so jede Stillmahlzeit ersetzt. Tagsüber funktionierte dies problemlos. Abends führten wir vor wenigen Wochen die Flasche ein. Erstaunlicherweise nahm er auch diese ohne Murren an. Am Anfang war er nach der Flasche um 19 Uhr so überdreht, dass er meist noch bis 21/22 Uhr spielte, dann die Brust verlangte und einschlief. Mittlerweile geht er aber nach der Flasche brav schlafen. Wobei brav schlafen auch Ansichtssache ist.

Abstillen – es wollte so sein

Der kleine Mann machte es mir nicht leicht und da er viele viele viele Male nachts munter wurde und mir manchmal auch die Kraft fehlte ihm vorzusingen oder herum zu tragen, griff ich trotz meines Wunsches abzustillen sehr oft auf das gängige Stillen zurück. Dann passierte das Unvorhergesehene. Mich erwischte ein Magen-Darm-Virus. Ich erbrach halbstündig und konnte mich kaum auf meinen Beinen halten. Spielen mit dem Kleinen oder Essen kochen? Daran war nicht zu denken. Bloß das Kind nicht anstecken lautete die Devise. Meine Eltern holten uns beide zu sich und übernahmen das  Bespaßungs-Kommando. Tja und dann kam sie. Die erste Nacht ohne meinem Zwerg. Da wir schon sehr sehr wenig stillten, also nur noch so viel wie nötig, und ich ganz langsam abstillte war es nicht so tragisch. Der Kleine hielt Oma nachts auf Trapp und ich konnte mit schmerzenden Brüsten ein paar Stunden schlafen und mich erholen. So vergingen zwei Nächte. Nachts suchte er den Busen, erzählte Oma, aber ließ sich schnell wieder ablenken bzw. einschläfern. Nach diesen beiden Nächten zogen wir es durch. Ich dachte mir es würde ihm viel schwerer fallen und er würde oft danach schreien. Aber Fehlanzeige. Er nahm das überraschende Abstillen toll an!

Meine Brüste platzen!

Mittlerweile sind knapp 10 Tage vergangen und ich habe noch immer Milch. Anfangs tat es höllisch weh. Ach und ich liege so gerne am Bauch. Tja, davon konnte ich in den ersten Nächten nur träumen. Einmal täglich streichte, drückte und massierte ich Milch aus. Dies funktioniert am besten entspannt in einer warmen Badewanne. Sie fühlten sich auch danach noch voll an, aber es schmerzte nicht mehr. Außerdem nehme ich seit einigen Tagen Globuli und trinke brav Salbeitee. Bis die Milch ganz weg ist kann es noch einige Tage dauern, aber es wir spürbar weniger. Für die, denen dies zu langsam geht gibt es auch eigens Abstillpillen, doch davon halte ich eher weniger. Die Milchproduktion richtet sich nach dem Verbrauch. Trinkt das Kind sehr viel, treibt es die Milchproduktion an. Und genau so ist es auch mit dem Abstillen. Ist kein Bedarf mehr wird sie immer weniger und beendet schließlich ihr so wunderbare Aufgabe.

Meine 3 Tipps um die Milchmenge zu reduzieren

  • Salbeitee trinken (Entweder Säckchen oder ein paar frische Blätter mit kochendem Wasser übergießen und ein paar Minuten ziehen lassen)
  • Globuli (Einfach in der Apotheke nachfragen)
  • Ausstreichen (Wenn die Brüste schon sehr spannen ein warmes Bad nehmen und die überschüssige Milch ausstreichen. Nur so viel um sich wieder wohl zu fühlen, damit die Milchproduktion nicht wieder angekurbelt wird)

 

salbei
frische Salbeiblätter aus dem Garten helfen beim Abstillen

 

Andere Erfahrungsberichte?

Hier ein paar Links zu den Geschichten anderer Mamablogger. Blättert mal rein und seht wie unterschiedlich die Erfahrungen sind. Ich wünsche euch ein angenehmes (für beide Seiten) Abstillen und viel Spaß im neuen Lebensabschnitt eurer Zwerge.

Christina von ichmitkind.at schreibt über ihr ganz spontanes Ende der Stillzeit.

Julia von immerlauter.net findet passende Worte – ich sag´nur: ins Bett manövrieren (Ich denke jede Stillmama weiß was damit gemeint ist!) 😉

Mini and Me hat eine „fragmama“ Runde gestartet, wo ihr auch hilfreiche Erfahrungen und Tipps findet.

Littlepaperplane legt ans Herz auf seinen Instinkt zu hören – und damit hat sie absolut recht!

Bei diekleinebotin gibt es schöne Worte zum Thema Langzeitstillen und darin verlinkt ein Beitrag über das nächtliche Abstillen.

 

eure Sophie

 

salbeiblättertee
PS: Salbei hilft auch bei Halsschmerzen!