Es gibt so Tage an denen ist alles irgendwie doof. Man fühlt sich unwohl, ist angespannt und müde, sehr müde. Lustlos schlendert man durch den Tag und möchte am liebsten unter einer Decke am Sofa verschwinden, oder in der warmen Badewanne kauern. Diese Tage, nennt man Tage!

Eine hormonelle Achterbahnfahrt

„Ich fühle mich gut, richtig gut, immer besser. Ich strahle förmlich. Mein Östrogenspiegel steigt, meine Haut strahlt und ich bin richtig motiviert. Voller Power starte ich in den Tag und dann … . Dann passiert es, der Eisprung. Hormonelles Chaos. Von der eine Sekunde zur anderen kippt meine Stimmung. Mein Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt. Das innere Gleichgewicht kippt und ich bin gereizt. Ich fühle mich einfach nicht wohl, wie sollte ich auch? In mir herrscht absolutes Chaos. Ich taumle zwischen meiner emotionalen und meiner streitlustigen Seite. Als ob das alles nicht genug wäre, kommen nun auch noch Pickel. Ich fühle mich scheiße und sehe auch noch so aus. Na toll. Tschüss Ego – war schön mit dir. An den Tagen vor den Tagen nimmt die Talfahrt kein Ende. Es geht immer weiter bergab mit mir. Mal aufgebläht, mal spannt die Brust, dann geht auch noch der Hosenknopf nicht mehr zu. Vor lauter Frust greife ich dann erst recht zu Schokolade, Chips und anderen mehr als ungesunden Glücklichmachern. Später tut auch noch der Rücken weh und im Kopf spüre ich es auch schon. Jetzt bin ich da. Ganz unten. Am tiefsten Punkt meiner Achterbahnfahrt. Ich sehe rot.“

Fragt ihr euch warum Männer keine Tage haben?
Weil sie es nicht überstehen würden!“

Ich akzeptiere meinen Zyklus nicht, es widert mich an. Ich hasse es Frau zu sein. Immer und immer wieder diese Schmerzen aushalten zu müssen. Schlechte Laune, Pickel und Essattacken im Monats-Rhythmus. Das ist kein Leben, das ist ein Zustand! Überall das Blut. Man steht in der Dusche und es läuft an den Beinen hinab. Man steigt aus der Dusche, es tropft auf den Boden. Vor mir kann ich es nicht verheimlichen, aber vor allen anderen. Ich versuche es zumindest, seit klein auf. Wie die meisten Frauen und Mädchen. Niemand postet auf Facebook „Hey Leute, habe heute meine Tage bekommen – jipppii“.  
Die Binden und Tampons sind immer gut versteckt auf der Toilette oder im Bad. Wieso eigentlich? Es weiß doch jeder, dass wir Frauen sind?! Wenn man unterwegs, in der Arbeit oder Schule auf die Toilette muss, dann wird es richtig kompliziert „es“ für sich zu behalten. Wer mit der Handtasche auf die Toilette geht oder ein kleines auffälliges Täschchen in der Hand hält, hat schon alles  verraten. Auf der Toilette öffnet man dann ganz vorsichtig die Verpackung der Binde. Es ist absolut unmöglich dies geräuschlos zu tun. Und dann? Kein Mistkübel in Sicht! Weder Tampons, noch Binden kann man hinunterspülen, da es sonst die Toilette verstopft. Also was tun damit? In Klopapier einrollen und aus dem Klo schmuggeln? Ganz schön peinlich. Richtig privat wird es mit der Menstruationstasse. Man liest zwar auf unzähligen Seiten, dass diese Dinger bis zu 12 Stunden nicht gewechselt werden müssen, aber ich machte andere Erfahrungen damit. Je nach stärke der Blutung, kann die Tasse auch bereits nach ein paar Stunden voll sein. Also was tun? Im Klo entleeren, aus der Toilette gehen, im Waschbecken auswaschen, wieder in die Toilette gehen und einführen? Ehrlich? Und in der Zwischenzeit versaut man sich die Unterwäsche und womöglich auch die Hose? Und wie tun eigentlich die Damen mit den waschbaren Binden? In der Handtasche mit nach Hause nehmen?

Fragen über Fragen machen sich in meinem Kopf breit. Aber wäre es nicht viel einfacher zu seiner Weiblichkeit zu stehen? Seinen Zyklus kennen zu lernen! Versuchen auf den Körper zu hören und ihn zu verstehen? Wäre es nicht toll, einfach darüber sprechen zu können ohne Tabu? Offen zu sagen „ich habe meine Tage mit starken Schmerzen und bleibe zu Hause“, anstatt irgendwelche Ausreden zu finden. Ohne sich Gedanken machen zu müssen, wenn die Verpackung raschelt, Tampons neben dem Klo platziert sind oder man seine Menstruationstasse auswäscht? Wir sitzen doch alle im selben Boot. Wir alle sehen rot!

Frau im Bett

„Im Durchschnitt müssen wir 38 Jahre mit diesen Tagen leben. Das sind 456 Perioden oder 2280 Tage. Also ganze 6,25 Jahre!
Grund genug, die Farbe ROT zu den „Colours of Life“ zu zählen!“



Schön, dass du dir Zeit für meine Worte genommen hast!
Bunte Grüße,
Sophie

Mit diesem Beitrag nehme ich am #maximaCOMEPASS teil. Zum Thema „Colours of Life“ reiche ich in der Kategorie FEEL ein und hoffe euch erreicht zu haben. 

 

Meine persönlichen Leseempfehlungen:

Die 4 Phasen einer Frau von auszeit4mama (Ich hatte davor noch nie etwas von diesen vier Phasen gehört, aber finde es ein äußerst spannendes Thema)

Auf blog-hotelmama gibt es einen authentischen Text mit dem Titel Menstruphobia  

Ich habe mir schon oft Gedanken dazu gemacht, dass wir Frauen viel mehr Geld im Monat benötigen. (BHs, Pille, Schminke, Rasierer, Binden, Tampons, mimimi …). Hier ein Überblick wie viel Geld eine Frau im Durchschnitt in ihrem Leben für ihre Periode ausgibt. Ganz schön erschreckend. Was man alles mit diesem Geld machen könnte .. Huch!