Weihnachten naht. Im Shopping Center ist die Hölle los.
Die Hölle? Zu Weihnachten wird doch die Geburt Jesus Christus gefeiert, eines der wichtigsten Feste im Kirchenjahr.

Es sollte doch besinnlich sein, Dankbarkeit sollte uns umgeben, Ruhe und Zufriedenheit, Stille und genug Zeit zum Nachdenken bevor sich das Jahr dem Ende zuneigt. Wir nennen es das Fest der Liebe, aber ist es nicht viel mehr zum Fest des Massenkonsums mutiert?

Berge an Fleisch und Fisch werden rund um das Fest der Feste konsumiert. Mit dem erhöhten Lebensmittel Konsum steigt aber auch die Lebensmittelverschwendung. Das ist aber nicht das einzige was im Müll landet. Unmengen an Geschenkpapier wird nach einmaligem Gebrauch weggeschmissen. Auch der Stromverbrauch verdreifacht sich über die Weihnachtsfeiertage im Gegensatz zu einem normalen Wintertag. Ganz abgesehen von den Geschenken. Großteils aus dem asiatischen Raum importiert, hohe Plastikanteile bei Kindergeschenken und die Freude ist oft nur von kurzer Dauer.
Stellen wir uns Weihnachten wirklich so vor?

Meine Öko Mama Tipps für ein nachhaltigeres Weihnachtsfest

Der Festschmaus
Wer bei der Auswahl des Weihnachtsmenüs versucht auf tierische Produkte zu verzichten oder diese reduziert, tut viel gutes für die Umwelt, seine Gesundheit und gegen das Leid der Tiere. (Mehr dazu im Beitrag Öko Mama – Step 6 (Vegane Ernährung) ) Wenn es dann an das Einkaufen geht, sollte man sich in erster Linie Gedanken dazu machen, wo man die Zutaten konsumieren möchte und worauf man bei den Lebensmitteln Wert legt. Hofladen oder Supermarkt? Regional oder exotisch? Massenkonsum oder durchdachtes Kaufverhalten? Mit einem Einkauf im Bioladen, auf einem Markt oder beim Bauern aus der Region setzt man ein Zeichen, unterstützt kleine, regionale Betriebe statt große Ketten und ermöglicht somit diesen Leuten direkt ein schönes Weihnachtsfest. Außerdem weiß man woher sein Essen stammt, kennt die Qualität und auch die Entstehung der Produkte. Als sehr positiven Effekt sehe ich den Wert der traditionellen Gerichte. Leider sehr fleischhaltig, jedoch höchst regional und vor allem saisonal. Die typischen Beilagen des Weihnachtsmenüs sind dafür meist vegan oder vegetarisch, wie zum Beispiel Kartoffeln in verschiedensten Zubereitungsformen, Blaukraut und Sauerkraut.
Aber auch die Lebensmittelverschwendung sollte man sich im Hinterkopf halten. Wenn Essen über bleibt, kann man es portionieren und den Bekannten mitgeben, oder man friert das Essen einfach ein und erfreut sich an einen späteren Zeitpunkt nochmal daran. (Mehr dazu im Beitrag Öko Mama – Step 3 (Lebensmittelverschwendung) )

Geschenkewahn
Davon abgesehen, dass das verpflichtende Beschenken eher als Qual betrachtet wird und Weihnachtsshopping der reiste Horror ist, dreht sich dennoch alles rund um die Geschenke unter dem Christbaum. Wir wünschen uns nicht nur Geschenke, wir erwarten sie, ja wir verlangen sie förmlich. Der Wert rückt immer mehr in den Vordergrund. Besser, teurer und mehr, mehr, mehr. Es ist an der Zeit einen Schritt zurück zu machen, damit man einen besseren Überblick über das Geschehen hat. Zeit schenken ist meiner Meinung nach das Wertvollste. Zeit in Form von selbstgemachten Geschenken, Zeit in Form von gemeinsamen Aktivitäten und nicht Zeit in Form von teuren Uhren. Aber auch Zeit in Form des „sich über den anderen Gedanken machens“ ist zielführend. Zielführend? Gibt es ein Ziel? Und was ist den das Ziel? Sollte das Ziel nicht das erfreudige Geben, anstatt des erwartungsvollen Nehmens sein? Nicht das Geben müssen, sondern das Geben wollen! Jemanden Freude bereiten zu wollen, das Funkeln in den Augen zu sehen und sich verbunden in den Armen liegen. Wir rücken immer weiter weg von dem eigentlichen Sinn. Von dem Fest der Freude weg zum Fest des Stresses, des Frustes, des Verlangens und der Gier.
Bei den Geschenken gilt also mit Liebe schenken, sich Zeit nehmen und auch auf Regionalität zu achten. Weg von Amazon und Co. und hinein in das Geschäft, der Verkäuferin ein lächeln schenken, die Geschäftsleute unterstützen und somit doppelt gutes Tun.

Geschenksverpackung
Nach dem Shoppen ist vor dem Einpacken! Und sind wir uns doch einig. Weihnachten ohne Geschenke auspacken wäre nicht das selbe. Aber welche Alternativen gibt zum herkömmlichen Geschenkspapier? Wie wäre es denn mit altem Zeitungspapier? Schön geschnürrt mit einer Naturschnur und einen Tannenzweig mit einbinden? Man kann auch altes, schwarz, weißes Zeitungspapier ganz einfach bemalen oder bedrucken. Wer doch lieber buntes Geschenkepapier bevorzugt, der sammelt nach der Bescherung die Reste ein und hebt diese einfach für nächstes Jahr auf. So reduziert man nicht nur Müll sondern spart auch noch Geld.

Christbaum
Dieser letzte Punkt bereitet mir sehr viel Kopfzerbrechen. Einen Baum abschneiden, in das Wohnzimmer stellen, schmücken, umtanzen und besingen und dann einfach wegschmeißen? Ich möchte es fast makaber nennen. Kunststoffbäume bieten für mich keine Alternative. Aber was tun? Weihnachtsbaum im Topf in das Wohnzimmer stellen, oder im Garten pflanzen und schmücken, oder einfach in den Wald gehen und einen Baum aufhübschen, singen und wieder zuhause die Geschenke auspacken? Diesen Punkt muss jeder für sich entscheiden. Aber bis dahin gibt es genügend andere Schritte die sich auf deine Umsetzung freuen!

Ich wünsche eine besinnliche Vorweihnachtszeit und ein frohes Fest!
eure Sophie