Wie kann man am entspanntesten den ersten “großen” Sommerurlaub mit der Familie beginnen? Genau diese Frage habe ich mir gestellt, als wir uns Anfang August in’s Auto setzten und über Nacht tausend Kilometer nach Amsterdam (Niederlande) fuhren.

… Zehn Stunden am Stück im Auto, Kleinkind im Rücksitz und gewisse Erwartungshaltungen im Hinterkopf – klingt erstmal nach Abenteuerurlaub, war schlussendlich aber einfach nur der Start in einen wunderschönen Roadtripurlaub, der wenige Wünsche offen ließ.

Was mich an unseren nördlichen Nachbarn begeistert hat, warum ein Roadtrip mit Kind gar nicht so kompliziert ist und weshalb wir manchmal dachten in die andere Richtung gefahren zu sein, möchte ich euch hier in meinem ersten Gastbeitrag erzählen.

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Nach unzähligen Stunden ist endlich ein Ende in Sicht! Amsterdam wir kommen!

Amsterdam – eine ziemlich okaye Stadt

Richtig gestartet haben wir unseren Urlaub am frühen Morgen auf einem Parkplatz neben einem Naturpark, fünfzehn Autominuten vom Amsterdammer Zentrum entfernt indem wir uns über eine Onlineplatform erstmal ein Hotel gebucht haben. Danach ging’s zum Frühstück in den Park, wo wir mit unseren Resten auch gleich die Enten mitversorgten.

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Wenig schlaf später gab es schon Frühstück …

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zu unserem frisch gebuchten Hotel, das Zimmer wäre erst am frühen Nachmittag frei und der Parkplatz würde noch einmal 15€/Tag extra kosten teilte man uns mit. Weil Parken in der Innenstadt aber angeblich bis zu 50€/Tag kostet, ließen wir unser Auto in der Tiefgarage des Hotels und machten uns mit dem Zug auf den Weg in’s Zentrum von Amsterdam.

Mittlerweile war es Mittag und damit Schlafenszeit für den kleinen Herrn, also Babyboy in den Kinderwagen gekuschelt und kurzerhand beschlossen Amsterdam auf’s geradewohl selbst zu erkunden. Dass an diesem Tag nicht mehr viel Spannendes passierte, mag wohl an genau dieser Entscheidung gelegen haben.

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Mit Plan planlos in Amsterdam – keine gute Idee 😛

Der nächste Tag – wieder Amsterdam, diesmal aber geplant von Sophie – entsprach schon mehr dem, was man sich unter Sightseeing vorstellt: Rijksmuseum mit dem berühmten “Amsterdam” Schriftzug (obwohl mich persönlich der schwebende Astronaut im Hintergrund mehr begeistert hat), die Foodhallen, ein riesiger Indoor Streetfoodmarket und eines der größten Highlights dieser Reise oder der botanische Garten und der Blumenmarkt (obwohl der eher Knollenmarkt heißen sollte, Blumen gab es, wohl aufgrund der vielen ausländischen Touristen, dort nämlich kaum) um nur einige unserer Stops an diesem Tag aufzuzählen.

Wahrscheinlich hauptsächlich wegen der hohen Erwartungen die ich an diese Stadt hatte, vielleicht aber auch wegen der vielen Schwärmereien über das zweite Venedig, wurde ich dann fast ein bisschen enttäuscht. Schön? Ja! Nett? Ja! Besonders oder spektakulär? Für mich eher weniger. Aber es soll ja noch ganz andere Viertel in Amsterdam geben, habe ich zumindest gehört 😉

Camping oder Hotel? – unser Hybridmodel

Natur pur und niedrige Übernachtungskosten oder Schlafkomfort und den Preis dafür bezahlen? Wir konnten uns nicht entscheiden und haben daher beschlossen uns abzuwechseln. Wenn es leicht ging einen schönen Zeltplatz zu finden campierten wir dort, ansonsten genossen wir die Vorzüge eines Hotelzimmers.

In Delft, einem netten Städtchen zwischen Rotterdam und Den Haag, fanden wir nicht nur einen sehr schönen, sondern den zumindest für mich schönsten Campingplatz auf dem ich je war. Direkt neben einem Fluss und nur über einen Güterweg erreichbar bot der Platz zahlreiche Wiesenstücke für Zelt und Wohnwagen (Autos mussten draußen bleiben) inmitten eines Naturgebietes indem uns eines abends sogar ein paar neugierige Enten aus der Hand fraßen.

Rotterdam, Delft und doch noch Den Haag

Der Tag an dem wir in Delft unser Zelt aufschlugen war noch nicht zu Ende und wir beschlossen noch Baden zu gehen. Im Fluss könne man zwar baden, erklärte uns die Dame vom Campingplatz, sie empfehle aber den Strand in Den Haag, die Stadt, die wir aus Zeitgründen eigentlich von unserer Roadtrip-ToDo-Liste gestrichen hatten. Also rein in’s Auto und fünfzehn Minuten später fanden wir uns an einem herrlichen Sandstrand mitten in Den Haag wieder, südländischer Flair inklusive. Hätten die Leute nicht so ausgezeichnet Englisch gesprochen, wir hätten uns wie an der Adria gefühlt.

Am nächsten Tag war Rotterdam per unkompliziertem Park and Ride an der Reihe. Der Name klingt ähnlich wie Amsterdam und geografisch müsste sie auch irgendwie dort in der Nähe sein, soweit meine Kenntnisse zu dieser Stadt vor unserem Besuch. Tatsächlich hat es Rotterdam aber geschafft sich an die Spitze meiner Lieblingsplätze in diesem Urlaub zu setzen. Konkrete Gründe für diese Top Platzierung kann ich dafür nur schwer angeben, am ehesten hat das komplette Fehlen von Mankos unbewusst zu diesem so positiven Bild geführt, dass ich nun von Rotterdam habe. Zum einen begeisterten uns Spots wie die Cube Houses (Würfelhäuser), der Radio-Tower oder der wohl schönste Bahnhof der Welt und zum Anderen konnte ich zu dieser Stadt kein einziges “aber” finden.

Nach diesem Rotterdam-Tag verbrachten wir noch eine weitere Nacht auf unserem Campingplatz in Delft und verließen am Morgen darauf auch schon wieder Holland um ins nächste Land weiterzureisen …

euer Stefan

fbt

PS: das war Stefans erster Beitrag!
Vielen Dank dafür Schnuuu :*