Gastbeitrag|Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten Beschwerden in den ersten Wochen und Monaten der Schwangerschaft.

Für viele Frauen ist die plötzliche Übelkeit sogar der erste Hinweis auf ihre Schwangerschaft. Und auch die Zahlen sprechen für sich: Nach Experteneinschätzung sind circa zweidrittel aller Schwangeren betroffen. Doch warum kommt es zu den keineswegs nur morgendlichen Übelkeitsattacken? Ist das Erbrechen in der Schwangerschaft gefährlich? Und mit welchen Tipps lässt sich gegensteuern?

Übelkeit in der Schwangerschaft – lästig, aber in der Regel harmlos

Frischer Kaffeeduft, der Geruch bestimmter Speisen, Parfüm oder Reinigungsmittel – die Liste möglicher Auslöser für Übelkeit in der Schwangerschaft ist lang und von Frau zu Frau verschieden. Unterschiede gibt es auch in der Tageszeit, zu der die Beschwerden auftreten. Während manche Schwangere am Morgen mit einem flauen Gefühl im Bauch aufwachen, rebelliert der Magen bei anderen häufig am Nachmittag oder sie haben zeitweilig den ganzen Tag mit den Beschwerden zu kämpfen. Wie stark die Übelkeit ausfällt und ob es zum Erbrechen kommt, lässt sich ebenfalls kaum vorhersagen. 
Umso beruhigender ist da die Einschätzung von Experten. Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sind grundsätzlich harmlos und werden teilweise sogar als positives Zeichen für die gesunde Entwicklung des Babys gedeutet. Ebenso entlastend ist der typische Verlauf der Beschwerden. Nach drei Monaten verschwindet die Übelkeit meist von alleine.

*Ausnahme: Hyperemesis Gravidarum, auch unstillbares Schwangerschaftserbrechen genannt, ist eine schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit. Betroffene erbrechen mehrmals täglich und oft weit über die ersten drei Monate hinaus. Bei dieser Erkrankung sollten sich schwangere unbedingt ärztlichen Rat einholen!

Die Ursachen der Übelkeit

So vielfältig das Beschwerdebild, so eindeutig lässt sich die Ursache des Problems benennen: Schuld an der typischen Übelkeit ist der veränderte Hormonspiegel in der Schwangerschaft. Insbesondere die erhöhte Produktion des Schwangerschaftshormons HCG geht nach aktuellem Stand der Wissenschaft mit vermehrter Übelkeit einher. Hat sich der Körper nach einigen Monaten an den neuen Hormonspiegel gewöhnt, gehen die Beschwerden zurück.

Das hilft gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Gänzlich vermeiden lässt sich gelegentliche Übelkeit kaum. Doch mit folgenden Tipps können Sie die Beschwerden zumindest deutlich reduzieren:

  • Meiden Sie die auslösenden Reize. Reagiert Ihr Körper auf ganz bestimmte Gerüche, können Sie schon kleine Veränderungen wie das Frühstück ohne leidenschaftliche Kaffeetrinker erheblich entlasten.
  • Essen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen statt wenige große. Das entlastet den Magen und beugt vor allem dem Erbrechen vor.
  • Ernähren Sie sich gesund und verzichten Sie auf fette sowie scharfe Speisen. Auch dieser Tipp zielt auf die Entlastung Ihrer Verdauung ab. Wichtig: Vergessen Sie dabei das Trinken nicht. Mindestens zwei Liter ungesüßte Getränke sollten es täglich sein.
  • Schonen Sie sich. Übermäßiger Stress und zu wenig Schlaf können die Übelkeit verstärken.
  • Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie an Gewicht verlieren, Sie sich mehrmals täglich übergeben müssen oder die Beschwerden kaum zu ertragen sind. Mit der rechtzeitigen ärztlichen Behandlung beugen Sie einer möglichen Dehydration und damit einer mangelnden Versorgung Ihres Körpers mit Nährstoffen vor.

Bewährte Hausmittel

Über Jahrhunderte hinweg haben sich verschiedene Hausmittel zur Vorbeugung und Therapie bei Übelkeit in der Schwangerschaft bewährt. Diese Mittel sollten Sie testen:

  • Nehmen Sie morgens im Bett eine kleine Mahlzeit zu sich und bleiben Sie anschließend noch etwa 20 Minuten liegen.
  • Kauen Sie ein Stück Ingwer oder trinken Sie Ingwer-Tee. Ingwer hat eine beruhigende Wirkung auf die Verdauung.
  • Pfefferminz- und Kamillentee können die Beschwerden ebenfalls lindern. Trinken Sie über den Tag verteilt mehrere Tassen in kleinen Schlucken.
  • Essen Sie Hühnerbrühe. Das klassische Hausmittel bei Erkältungskrankheiten liefert Energie, füllt durch das Erbrechen verloren gegangene Vorräte an Mineralien wieder auf und wirkt zudem sättigend.
  • Testen Sie nach Absprache mit Ihrem Arzt alternative Heilverfahren wie Akupunktur oder Akupressur.

Dies ist ein Gastbeitrag von Christoph & Ekaterina die den online Ratgeber Traumfamilie.com betreiben. Sie selbst haben sich bei der Gründung Ihrer eigenen Familie oft schlecht informiert gefühlt und darum behandeln sie nun Themen wie Schwangerschaft, Kinder und Familie.


 

Nachtrag:
*Hyperemesis Gravidarum

Da ich selbst bei beiden Schwangerschaften davon betroffen war, liegt mir dieses Thema und vor allem die Aufklärung darüber, sehr am Herzen! Keines der üblichen Hausmittel hat geholfen, ich habe mehrmals täglich erbrochen, war kraftlos und konnte nicht mehr. Ich dachte es sein „normal“ und gehöre eben dazu. Aber das ist nicht so! Also kontaktiere im Zweifelsfall unbedingt einen Arzt.
Du kannst dir auch gerne vorab diesen tollen Gastbeitrag Hyperemesis Gravidarum – Eine Betroffene berichtet durchlesen. Darin erfährst du einiges über die Krankheit und wie der Alltag damit aussieht…

Möge die Übelkeit bald besiegt sein!
eure Sophie