Wir sind seit vergangenem Jahr (2018) Mitglieder in einem Gemeinschaftsgarten. Welche Erfahrungen wir machen durften, ob dieses System wirklich funktioniert und was uns dazu bewegte möchte ich euch heute schildern.

Bei uns im schönen Kremsmünster, also in Oberösterreich – Bezirk Kirchdorf an der Krems, wurde bereits der dritte Gemeinschaftsgarten gegründet und wir ergriffen die Chance dabei zu sein.

Kremüsegarten mit stift

Was hat uns dazu bewegt Mitglieder in einem Gemeinschaftsgarten zu werden?

  • Der ökologische und nachhaltige Aspekt
  • Gemüse frisch aus dem Garten & ohne Plastikverpackung
  • Um neues Wissen über Pflanzen und Co. zu erlernen
  • Gutes Vorbild sein
  • die Gemeinschaft

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Wie läuft so etwas ab? Wie viel Zeit muss man investieren? Wie profitiert man davon?

Bei uns in Kremsmünster laufen die Gemeinschaftsgärten über die Gemeinde. Dies ist für uns alle ein großer Vorteil, da größere Investitionen oft übernommen werden und wir zum Beispiel Grasschnitt von der Gemeinde (bzw Bauhof) bekommen.
Man darf den Garten nicht als reinen Nutzgarten sehen, sondern viel mehr als Hobby. Nur dann wird man wirklich glücklich und profitiert auch davon. Man muss schon einige Nachmittage im Garten verbringen. Die Felber gehören aufbereitet, die Pflanzen gepflanzt, wenn es sehr heiß ist auch mal gegossen und sonst gehört regelmäßig gemulcht (Verteilung von Grasschnitt der die Pflanzen vor dem Austrocknen bewahrt und zudem das Unkraut fernhält). Ab und zu gehört ein Zaun errichtet, Rasengemäht, Unkraut gezupft, Kartoffelkäfer gefangen oder Sträucher geschnitten. Im Herbst gehören Kartoffel, Karotten und Co. eingelagert und das Kraut zu Sauerkraut verarbeitet. Es fällt viel Arbeit an und es kann nur in einer guten Gemeinschaft funktionieren.
Es wird immer Leute geben die weniger Zeit haben oder sich weniger Zeit nehmen, es wird auch immer Ungleichgewichte und Unfairness geben. Aber ich denke, es muss sich jeder selber an der Nase nehmen. Wer ernten will muss auch mit anpacken.
Wir haben den ganzen Sommer über kaum Gemüse zukaufen müssen und haben so extrem viel Plastik eingespart. Außerdem gibt es nichts schöneres als ein frisch vom Feld gepflücktes Gemüse zu verkochen.

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Wer hat das Sagen? Wer hat das Wissen?

Da es bei uns, wie bereits erwähnt, über die Gemeinde läuft ist das Oberhaupt der Vizebürgermeister Christian Kiennast. Unser Wissen sowie sämtliche Pflanzen und Saatgut beziehen wir von Bernadette Schützenhofer die in Rohr im Kremstal eine eigene Gärtnerei betreibt. Ohne dieser zwei Personen wäre das Projekt Gemeinschaftsgarten sehr schwierig bis garnicht machbar. Vielen herzlichen an dieser Stelle an euch zwei!

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Wie wird das ganze organisiert?

Die Komunikation und Koordination läuft über Whats App. Auch ein bis zwei Besprechungen, gemeinsame „Koch-Nachmittage“ bei denen zb. Senf selbstgemacht wird oder Sauerkraut kommen zu den gängigen Arbeiten am Feld noch dazu.
Wir schreiben in die Gruppe einfach wann Arbeiten anfallen, wann Mulch kommt, wann neue Pflanzen gesetzt werden usw. und jeder der Zeit findet kommt! Auch Rezepte sowie Tipps und Tricks werden per Whats App geteilt.

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Was haben wir alles angebaut?

Wir haben ein öffentlich zugängliches Kräuterbeet, welches ebenfalls wir pflegen aber jeder ernten darf. Alles andere ist nur für die Mitglieder des Gemeinschaftsgartens. Dazu zählen unter anderem: Zucchini, Kürbisse, Gurken, Erbsen, Bohnen, Fisolen, Fenchel, Karotten, Radieschen, Salate, Pfefferoni, Paprika, Kartoffel, Zwiebel, Knoblauch, Kohlrabi, Kraut, Sellerie, Karfiol, Petersil, Pastinak, Mangold, Rüben, Melanzani, Kohlrabi,  aber auch weniger verbreitete Sorten wie zum Beispiel Süßkartoffel, Yacon, Physalis, Tomatillo, essbare Blüten und noch vieles mehr.
Ihr seht also es gibt eine breite Vielfalt am Feld. Kartoffeln, Karotten und Zwiebel werden teils gelagert für den Winter, allerlei Gemüse kann man auch einlegen und so profitiert man das ganze Jahr über vom Gemeinschaftsgarten!

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Unsere persönliche Erfahrung

Ich bin begeistert. Wir haben so viel gelernt, waren so viel an der frischen Luft, haben uns unser eigenes Gemüse angebaut, konnten all das unserem Sohn weitergeben der immer gerne mit dabei war/ist und vor allem haben wir nicht nur Geld sondern auch Müll gespart! Wir haben pro Personen (Erwachsenem ca. 35€ bezahlt) und hatten wie gesagt den ganzen Sommer über Gemüse und bis ins Frühjahr Kartoffel & Karotten.

Ich kann jedem der die Chance hat bei so einem Projekt mit zu machen dazu raten. Es ist eine einmalige Gelegenheit, man lernt so viel dazu und lernt ganz tolle Menschen kennen. Für uns ist der Gemeinsachaftsgarten eine großartige Bereicherung und wir sind mit viel Freude bei der Sache!

Habt ihr noch Fragen dazu? Dann schreibt sie doch gerne in die Kommentare. 
Ich freue mich euch Einblicke in dieses tolle Projekt geben zu dürfen!
eure Sophie

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