Heute im Interview gibt Marei, systemische Familientherapeutin und Mama von 2 wunderbaren Kindern, Einblicke in ihre Arbeit und Tipps für eine entspannte Corona Zeit zu Hause.

Gerade in Zeiten wie diesen mit Homeoffice und Homeschooling kommen viele Familien an ihre Grenzen. Eltern sowie auch Kinder. Wie kann man trotz der aktuellen Situation einen harmonischen Familienalltag bewahren.

Unser Leben ist strukturiert durch Beruf, Kindergarten, Schule, Hobbies und Verabredungen. Das was uns und unsern Kindern Halt und Sicherheit gibt fällt momentan weg. Um trotz allem einen harmonischen Familienalltag zu bewahren empfehle ich, gebt eurem Tag Struktur und einen Rhythmus. Es muss sich natürlich nicht so streng daran gehalten werden wie in der Schule, aber es hilft einen Überblick über den Tag zu haben. Gemeinsame Bastel- und Spielzeit ist genau so wichtig wie Zeit zum Arbeiten und vor allem mal kleine Pausen für sich. Überlegt euch schon morgens, was kann ich mir heute gutes tun?

Was könnte das zum Beispiel sein?

Ich nehme mir zum Beispiel immer vor etwas Gutes zu kochen. Heute gab es Wraps mit Lachs und Avocado. Oder abends eine schöne Badewanne.

Wenn trotz der neugefundenen Struktur mal die Köpfe rauchen und auf jede Kleinigkeit gereizt reagiert wird, wie kann man diese Situation schnell und nachhaltig entschärfen?

Ich finde Bewegung hilft immer und Musik. Also warum nicht mal sein eigenes Lieblingslied von vor 10 Jahren suchen und laut aufdrehen und mit den Kindern eine Runde tanzen? Wenn es ruhiger sein soll: atmen, atmen, atmen… Tief in den Bauch atmen und dabei bis 5 zählen, beim Ausatmen bis 7 und dann noch mal überlegen wie man reagieren möchte.

Für Kinder ist es sehr schwierig zu verstehen, warum auf einmal der komplette physische Kontakt wegfällt. Keine anderen Kinder zum Spielen und Herumtoben. Und selbst die Großeltern dürfen nicht mehr besucht werden. Geht ihnen dadurch etwas ab oder ist es nur Gewohnheit? Und wie kann man diese Situation für die Kleinen etwas erträglicher machen?

Eine sehr schwierige Frage weil ja jedes Kind sehr individuell ist. Aber generell sind Kinder soziale Wesen, so wie wir auch, und der Kontakt zu Kindern und Oma und Opa wird ihnen sicherlich fehlen, dem einen mehr als dem anderen. Kommt auch drauf an was sie gewohnt sind. Ich finde zwar Medien und Kinder sind nicht immer die beste Kombination, aber in diesem Fall super, dass es Videotelefonie gibt. Diese Möglichkeit kann man sowohl mit Oma und Opa als auch mit Freunden der Kinder regelmäßig nutzen. Dabei natürlich das Alter des Kindes beachten und wie lang sie sich damit beschäftigen können.

Und was kannst du Paaren (Eltern) in dieser ungewöhnlichen Zeit mitgeben?Versucht die Andersartigkeit als Gewinn zu sehen. Besprecht abends den Tag und sagt dem anderen wofür ihr dankbar seid und was euch an dem anderen gut gefallen hat.

 

Dein Schlusssatz:

Wenn ihr merkt ihr geratet immer wieder an eure Grenzen, sprecht mit Freunden darüber, bleibt in Kontakt, redet über eure Gefühle! Wenn Freunde nicht reichen, sucht euch professionelle Unterstützung.

„Glücklich zu sein ist keine Kunst.
Die wirkliche Kunst ist zu wissen,
was man tun kann,
wenn man unglücklich ist.“

(j.Juul)

Mehr Infos zu Marei und ihrer Tätigkeit:

Ich bin Marei Theunert von Elbfamilienglück, Systemische Therapeutin und Heilpraktiker für Psychotherapie aus Hamburg. Ich berate und unterstütze junge Familien, online, telefonisch und bei ihnen zu Hause. Damit die Termine in Ruhe stattfinden können, biete ich Termine auch abends und am Wochenende an. Auch meine beiden Kinder kamen als schlechte Schläfer auf die Welt und viele Herausforderungen die damit verbunden waren, sind mir sehr bekannt. Ich kann gut nachvollziehen, dass sich Eltern oft überfordert fühlen. Aber ich weiß auch, man kann etwas ändern. Ich helfe dabei, wieder mehr Entspannung in den Alltag zu bringen und zeige Strategien, wie sich der Schlaf des Kindes deutlich verbessern kann. Ich unterstütze Eltern darin, dass Weinen und Schreien ihres Kindes besser zu verstehen und es bedürfnisorientiert zu begleiten. Ich erarbeite mit Paaren, wie sie sich besser verstehen könnten und wieder einfühlsam miteinander ins Gespräch kommen.