Hallo, ich bin Stefan, auch Fidu genannt, stolzer Papa von Seraphina, Zieh-Papa von Leonidas, Sophie’s “bessere Hälfte” und Co-Autor sowie Foto-Model für unseren Online-Auftritt am Blog und in den Social Medias.

Heute ist der Tag an dem ich mich offiziell bei unseren Lesern und Followern vorstellen möchte. Warum gerade jetzt? Dafür gibt’s natürlich eine Antwort und auch eine kleine Geschichte.

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Ein modernes Landei

Aufgewachsen zwischen einer Herde Kühe (wohnhaft im Stall und auf der Wurzeralm) und einer Horde Kinder (wohnhaft im Gästehaus meiner Eltern) habe ich mich schon früh für Technik interessiert und bin als unnatürlich liberales Landei in die Stahlstadt Linz gezogen um dort die Matura an einer HTL für Elektronik- und embedded Softwareentwicklung abzuschließen. Fertig mit der Schule bin ich dann
wieder heim auf’s Land und frisch an meinem Arbeitsplatz direkt in Sophie’s Hände gefallen. Seit zweieinhalb Jahren wohnen wir gemeinsam in einer Mietwohnung auf einem Vierkanthof mitten im Grünen in Kremsmünster, mittlerweile zu viert.
Vor eineinhalb Jahren kam der Beschluss ein eigenes Haus zu suchen/bauen, vor einem Jahr unsere Tochter Seraphina auf die Welt.

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Und genau da fängt die vorhin versprochene Geschichte an …

Als Seraphina geboren wurde war klar: Sophie geht in Karenz, zwei Jahre hatten wir geplant. Dann wollten wir eine Betreuungsmöglichkeit finden, damit Sophie wieder Teilzeit arbeiten kann. So weit, so gut, so 08/15…
Ich war das erste Lebensmonat von Seraphina im Papamonat (eine Sonderform der Karenz, bei der in den Monaten nach der Geburt beide Eltern gleichzeitig bei ihrem Kind sein können) daheim, eventuell würde ich auch nach den zwei Jahren von Sophie ein paar Monate in Karenz gehen war damals der Gedanke, den ich auch meinem Chef kommunizierte. Doch es sollte anders kommen.

Sophie wollte mit März beginnend wieder eine Hand voll Stunden arbeiten (Seraphina war damals knapp ein Jahr alt), ich meine Vollzeit-Woche in vier Tagen abarbeiten
und am fünften auf Leonidas und Seraphina aufpassen. Dann machte uns die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung, Sophie konnte nicht zu arbeiten beginnen und ihr Chef kommunizierte generelle Unsicherheit für ihren Arbeitsplatz. Also begann Sophie nach Alternativen zu suchen, stundentechnisch “was sich eben ergibt”.
Es “ergab sich” eine Vollzeitstelle und wir standen vor einer großen Entscheidung: Wer würde jetzt arbeiten, wer auf die Kinder aufpassen?

Ich widersprach schon immer gern den Klischees, halte die Rollen von Mutter und Vater für grundsätzlich gleichwertig und da auch die sachliche Argumentationslage dafür sprach war rasch klar: Sophie wird wieder arbeiten, diesmal Vollzeit, ich werde das nächste Jahr in Karenz gehen, lediglich einen halben Tag pro Woche in der Firma vorbeischauen und mich ansonsten vor allem um meine Kinder und den Haushalt
kümmern.

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Vorurteile und Unverständnis

Als wir unsere Entscheidung kundtaten war mein Chef nicht gerade begeistert, zeigte aber Verständnis und setzte sich auch für die rasche Umsetzung meiner Wünsche ein.
Fehlende Begeisterung war aber auch vielen anderen Freunden und Verwandten, gerade aus älteren Generationen, anzumerken. Auf die Frage was sie den genau stören würde kamen Antworten wie “daran hätten wir gar nicht gedacht”, “das hätte es zu unserer Zeit einfach nicht gegeben”, “meine Frau hätte nie mehr verdient als ich”…

Tja, wir haben daran gedacht, Sophie verdient auch mehr als ich, viele dieser Aussagen sind also in unserer Zeit beziehungsweise in unserer Situation obsolet, die Zweifel blieben dennoch. Aus diesem Grund will ich nun einige Argumentationen anführen, die ich in diesen Gesprächen auch angebracht habe, vielleicht können sie auch anderen Eltern in ähnlichen Situationen bei einer Entscheidung helfen.

• Ich möchte das meine Kinder zu mir eine genau so innige Beziehung haben wie zu ihrer Mama. Haben sie das nicht, habe ich definitiv etwas nachzuholen während der Karenz.
• Ich denke nicht, dass sich Kinder und Mama entfremden, wenn diese arbeitet. Sehr wohl kann ich aber meine Nähe zu ihnen vertiefen.
• Alle Kinder, spätestens ab dem sechsten Lebensjahr (viele schon früher), verbringen einen Großteil ihrer “Wachzeit” nicht zu Hause, sondern in der Obhut von Pädagogen. Und niemand würde sich da Sorgen machen, dass die Kinder plötzlich die Kindergarten-Tante (darf man das noch sagen?) lieber haben als die Mama!
• Wenn Frauen besser dazu geeignet sind, sich um Kinder und Haushalt zu kümmern stellt sich die Frage ob das biologisch bedingt oder doch angelernt ist. Ist es angelernt, dann halte ich es für höchste Zeit, dass das “stärkere Geschlecht” hier seine Unterlegenheit wettmacht! Ist es jedoch tatsächlich biologisch, dann sollten wir uns darüber Gedanken machen, ob in unserer Gesellschaft
der Weg der Frauenemanzipation der richtige ist…
Wenn Sophie und ich also unsere Rollen quasi 1:1 tauschen, dann wird das auch den Blog betreffen. Macht euch also auf komplexe Sätze (ich bin nicht fähig kurze Sätze zu bilden, dafür will ich jetzt schon mal entschuldigen), verwackelte Schnappschüsse und allerlei Erzählungen von meinen Missgeschicken im Alltag eines Mannes im Vollzeit-Papamodus gefasst.

euer Stefan

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